Die Kino-Tipps im November

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Die Kino-Tipps im November

Von "James Bond 007: Spectre" bis "Die Tribute von Panem: Mockingjay 2": Das Kino-Jahr neigt sich mit lang erwarteten Film-Fortsetzungen allmählich dem Ende entgegen.

„James Bond 007: Spectre“, 05. November

Der MI-6 steht kurz davor, Geschichte zu werden. M (Ralph Fiennes) muss um das Bestehen seiner Abteilung kämpfen und verlässt sich dabei auf seinen besten Mann: James Bond (Daniel Craig). Doch eine rätselhafte Nachricht aus Bonds Vergangenheit bringt ihn auf eine Spur, die zu der unheilvollen wie mysteriösen Organisation Spectre führt. Mit der hübschen Witwe Lucia Sciarra (Monica Bellucci) und der Ärztin Madeleine Swann (Léa Seydoux) arbeitet er sich durch die Schichten von Spectre, um die schreckliche Wahrheit hinter dem „Gespenst“ zu offenbaren und den Mann an der Spitze (Christoph Waltz) dingfest zu machen.

Einschätzung

Mit „Spectre“ geht die Bond-Reihe in die 24. Runde und soll nun einige der Fragen beantworten, die „Casino Royale“ und „Ein Quantum Trost“ aufgeworfen haben. Wie der Titel bereits verrät, rückt die Verbrecher-Organisation Spectre und jene Drahtzieher hinter Bonds Problemen seit „James Bond jagt Dr. No“ in den Vordergrund. Der Trailer verspricht bereits einige Überraschungen und zieht Parallelen zu früheren Charakteren. Das neueste Bond-Abenteuer ist natürlich ein Muss für alle Fans des Franchise und sicher auch eine Belohnung für alle wachsamen Zuschauer der bisherigen Filme.


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„Irrational Man“, 12. November

Der ehemalige Helfer in Krisengebieten, Abe Lucas (Joaquin Phoenix), steckt selbst in einer Sinnkrise. Als gefeierter Philosophieprofessor tritt er einen Job am Braylin College an, sein Ruf als Legende ist ihm bis hierher vorausgeeilt. Doch trotz der Annäherungsversuche seiner Kollegin Rita Richards (Parker Posey) und der Studentin Jill (Emma Stone) ist er unglücklich: Abe zweifelt am Sinn des Lebens, hat Erektionsprobleme und steckt in einer tiefen Depression. Doch als er und Jill am Nachbartisch zufällig die tragische Geschichte einer jungen Mutter mitanhören, blüht er wieder auf und fasst endlich neuen Lebensmut: Abe plant ein Verbrechen.

Einschätzung

Woody Allens „Irrational Man“ ist nach seinen Filmen „Match Point“ (2005) oder „Scoop“ (2006) ein weiterer Versuch, das perfekte Verbrechen zu finden. Dabei ist der Tathergang nicht unbedingt der Knackpunkt, vielmehr die Intention dahinter. Was passiert, wenn ein Philosophieprofessor, ein beruflicher Moralist, das Verbrechen nutzt, um seinem Leben wieder einen Sinn zu geben? Allen setzt abermals auf Emma Stone, die bereits in „Magic in the Moonlight“ (2014) ihren Kollegen Colin Firth bezirzen konnte.


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„Steve Jobs“, 12. November

Als Steve Jobs (Michael Fassbender) 1984 seinen Macintosh vorstellt, ist er sich sicher, dass er die Welt aus den Angeln hebt. Doch der Verkauf läuft nicht an, Jobs verlässt Apple und will schließlich 1988 mit dem „NeXT“ ein Konkurrenzprodukt auf den Markt bringen. Doch auch nach diesem Flop geht es für den Visionär weiter: 1998 ist er wieder zurück und legt den Grundstein für seinen Erfolg: den „iMac“. Doch immer wieder muss sich Jobs auf diesem Weg behaupten: Gegen Mitbegründer Steve Wozniak (Seth Rogen), seinen CEO John Scully (Jeff Daniels), seine Marketing-Expertin Joanna Hoffmann (Kate Winslet) und letztendlich auch gegen die Mutter seiner Tochter.

Einschätzung

Nach Ashton Kutcher tritt nun auch Fassbender in die Fußstapfen des Apple-Kopfes Steve Jobs. Der Film begleitet ihn dabei in Echtzeit hinter die Bühne seiner drei Produktvorstellungen und beschränkt sich auf die wenigen Minuten vor dem großen Auftritt. Diese Momente sind so intensiv, dass sie immer neue Aspekte und Entwicklungen von Jobs deutlich machen. Regisseur Danny Boyle („Slumdog Millionär“) kitzelt dabei das Beste aus seinem Cast heraus: Allein die Leistung von Winslet und Fassbender sind das Kino-Ticket schon wert.


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„Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 2“, 19. November

Der Krieg in Panem spitzt sich immer weiter zu. Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence), das Gesicht der Rebellion, hält sich im 13. Distrikt versteckt. Als sie erfährt, dass Peeta (Josh Hutcherson) das Opfer einer Gedankenmanipulation geworden ist, muss sie ihm helfen. Doch die eigentliche Bedrohung ist nicht mehr allein Präsident Snow (Donald Sutherland), auch in den eigenen Reihen werden Pläne für eine Zeit nach der Revolution geschmiedet. Doch bis es soweit ist, muss das Capitol erobert und Snow getötet werden. Ihren Anführern kann Katniss dabei nicht mehr trauen, und die Gefahren übertreffen alles, was sie je in den Arenen der Hungerspiele durchleben musste.

Einschätzung

Neben „James Bond: Spectre“ startet im November ein weiterer Franchise-Ableger: Mit „Die Tribute von Panem: Mockingjay 2“ findet die erfolgreiche Filmreihe ihren krönenden Abschluss. Nach der Kritik für die Entscheidung des Studios, den letzte Teil der Buchvorlage auf zwei Filme aufzuteilen, können sich die Fans jetzt auf das Ende freuen. Der große Showdown zwischen Snow und den Rebellen verspricht jede Menge Action und noch mehr pathetische Parolen. Auch hier gilt: Wer Fan ist, oder zumindest die ersten drei Teile gesehen hat, wird sich gegen die großen Bilder, die letzten Szenen mit Philip Seymour Hoffman (1967 – 2014) und das finale Hungerspiel nicht wehren können.


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Geheimtipp: „Das Hotelzimmer“, 05. November

Die Autorin Agnes Lehner (Mina Tander) ist eigentlich mehr für Wohlfühl-Literatur zuständig. Jetzt hat sie einen Buchpreis gewonnen, für ihren neuen Roman „Das Hotelzimmer“: Eine Frau, die einem Mann eine frühere Vergewaltigung vorwirft, die vielleicht, aber vielleicht auch nicht stattgefunden hat. Über diesen Roman wird sie in einem Hotelzimmer von Lukas Schmidt (Godehard Giese) interviewt. Plötzlich gibt er vor, sie zu kennen und dass sie eine gemeinsame Vergangenheit teilen. Und eine gemeinsame Schuld. Agnes kann, oder will, sich nicht erinnern. Doch Lukas ist sich dieser Erinnerung sehr sicher.

Einschätzung

Das Kammerspiel der beiden Hauptdarsteller Tander und Giese beweist, wie viele doppelte Böden ein „Hotelzimmer“ haben kann. Die wichtigste Frage des Film lautet dabei: Kann ich meiner eigenen Erinnerung vertrauen? Der Zuschauer wird in das Spannungsfeld des Zimmers hineingezogen, zwischen Begehren und Kontrollverlust. Regisseur und Drehbuchautor Rudi Gaul zeigt in seinem zweiten Spielfilm, wie intensiv minimale Inszenierung sein kann und dass die Grenzen zwischen Lüge und Wahrheit sehr verschwommen sein können. Und schließlich eine weitere Frage: Kann der Zuschauer seiner Erinnerung an den Film vertrauen?


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